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Gesine Meißner: Grenzkontrollen kosten eine Menge Geld

Laut Verkehrskommissarin Violeta Bulc führen aktuelle Grenzkontrollen von einigen Mitgliedstaaten innerhalb des Schengen-Raums zu zusätzlichen Kosten von 5 bis 18 Milliarden Euro. Allein für den Straßenverkehr gehen Kommission und die International Road Transport Union (IRU) von 3 bis 5 Milliarden Euro aus, die für Sicherheitsmaßnahmen und Grenzkontrollen aufgebracht werden müssen. 

Diese Zahlen wurden heute auf der ALDE-Konferenz zur Flüchtlingskrise und ihren Konsequenzen für den Transportsektor genannt.

Dazu Gesine Meißner, verkehrspolitische Sprecherin der Liberalen: 

"Die Schätzungen gehen zwar zum Teil weit auseinander, aber eins ist klar: eine strenge Kontrolle der Grenzen kostet eine Menge Geld. Manche Verbindungen wie der Zugverkehr über die Öresundbrücke müssen ganz eingestellt werden. 

Die Spediteure müssen aufgrund von Wartezeiten an Grenzen mehr Fahrzeuge und Fahrer einsetzen und Strafen zahlen, wenn die Fracht nicht rechtzeitig ankommt oder ein Flüchtling auf ihrem LKW entdeckt wird. Dabei sind die indirekten Kosten, die durch die Verzögerungen in der Logistikkette entstehen noch gar nicht eingerechnet, zum Beispiel durch Schwierigkeiten für Just-In-Time Lieferungen und höhere Lagerbestände. Zum Teil werden diese Kosten an Verbraucher weitergereicht.

Nicht nur die humanitäre Situation der Flüchtlinge, sondern auch die erheblichen Auswirkungen der Krise auf den innereuropäischen Waren- und Personentransport und damit den Binnenmarkt erfordern eine schnelle solidarische Lösung." 

Die Kommission wird morgen eine Roadmap zur Wiederherstellung des Schengen-Raums veröffentlichen, in der auch die Mehrkosten für den Transportsektor durch Grenzkontrollen und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen aufgeführt werden.

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