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Hermann Grupe: Mehr Bürokratie ohne Mehrwert – Tierwohl entsteht nicht durch ein weiteres Label

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, begrüßt, dass das Thema Tierwohl erneut im Landtag debattiert wird, zweifelt jedoch an dem Nutzen eines verpflichtenden Tierwohllabels. „Das Thema Tierwohl beschäftigt uns schon seit Jahren – und das zu Recht. Wir haben schon zahlreiche Fortschritte erzielt und die Frage ist, wie wir weitere erzielen können. Von der CDU auf Bundesebene kommt nun der Vorschlag eines freiwilligen Labels, die Kollegen in Niedersachsen fordern eine verpflichtende Lösung. Hier gibt es also innerparteilichen Streit und ich glaube nicht, dass uns das weiterbringt“, so Grupe. Er formulierte Zweifel an dem Nutzen eines weiteren Labels. „Die Hoffnung, dass die Verbraucher aufgrund eines solchen Labels bereit sind, mehr Geld für Fleisch auszugeben, teile ich nicht. Wir beobachten genau den entgegengesetzten Trend: Die anteiligen Ausgaben für Lebensmittel sinken seit Jahren. Sie liegen aktuell bei unter zehn Prozent! Daran haben auch die bereits bei anderen Produktgruppen vorhandenen Label nichts geändert. Ganz im Gegenteil vermittelt es dem Verbraucher sogar noch ein gutes Gewissen, ohne dass sich etwas an den Haltungsbedingungen ändert. Und auch den Landwirten wird der bürokratische Mehraufwand bei fehlendem Mehrwert nicht vermittelbar sein“, erklärt Grupe weiter. Er fordere stattdessen Maßnahmen, die wirklich etwas verändern – sowohl beim Konsumverhalten der Verbraucher als auch bei den Landwirten.

Hintergrund: Der Niedersächsische Landtag debattierte heute im Rahmen einer „Aktuellen Stunde“ über die Einführung eines verpflichtenden Tierwohllabels.

 

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