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Beschlusslage der FDP Niedersachsen

Leitfaden für die Kulturpolitik in Niedersachsen

Beschlossen vom 58. Ordentlicher Landesparteitag am 24./25. April 2004 in Oldenburg am 24.04.2004

Leitfaden für die Kulturpolitik in Niedersachsen

Für Liberale ist Kultur eine Pflichtaufgabe! Aus gutem Grund ist in der niedersächsischen Verfassung und in der Gemeindeordnung der Schutz und die Förderung der Kultur festgeschrieben.
 
Liberale setzen auf Vielfalt in der Kultur. Kulturpolitik ist kein Verteilungsinstrument für bestimmte Anspruchsgruppen. Aufgabe der Kulturpolitik ist nicht allein die Pflege von Theatern, Museen und Festivals, sondern zugleich die Öffnung des Bewusstseins für historisch Gewachsenes und neu sich Entwickelndes. Sie soll allen Bürgern Zugangschancen zu ästhetischen Erfahrungen eröffnen, die ihnen Orientierung in Wertesystemen ermöglichen.

Für Liberale liegt der Sinn der Kulturpolitik nicht in der Repräsentation des Staates, sondern in der Schaffung von Auswahlmöglichkeiten für die Bürger und deren geistigen Bereicherung. Gleichwohl verkennt die FDP Niedersachsen nicht, daß die Kulturpolitik des Landes in hohem Maße durch die Geschichte des Landes und seiner Regionen bestimmt ist.
Landesmittel für kulturelle Aufgaben sollen künftig verstärkt dort eingesetzt werden, wo es an kulturellen Zentren fehlt, aber eine überörtliche Wirkung der geförderten Einrichtung oder des Projektes gegeben ist.

Die FDP Niedersachsen
·    stärkt mit der Neugestaltung der Kulturförderung den ländlichen Raum
·    setzt sich für eine Finanzierung der großen musealen Einrichtungen in Niedersachsen ein, die die Gewähr für eine lebendige, aktuelle Präsentation und für die wissenschaftliche Qualität der Museumsarbeit bietet
·    setzt sich ein für die Entwicklung und Überprüfung von Wirtschaftlichkeitskriterien bei großen staatlichen Kultureinrichtungen

Liberale wissen, dass die Vermittlung von Bildung in unserem Lande eine herausragende Aufgabe ist. Sie setzen auf die staatliche Gewähr eines umfassenden Bildungsangebotes, aus dem die Menschen in Freiheit und Verantwortung auswählen. Kulturelle Bildung ist für Liberale ein wesentlicher Bestandteil des Angebotes. Lücken im kulturellen Gedächtnis werden ein ähnliches Entsetzen auslösen wie die Ergebnisse der Pisa-Studie in Bezug auf Lese- und Rechenschwächen. Die Auseinandersetzung mit Kultur vermittelt Wahrnehmungskompetenzen und interdisziplinäre Fähigkeiten und ist damit wesentliches Element zukunftsfähiger Bildung.

Die FDP Niedersachsen
·    setzt sich für ein durchgehendes Angebot an kulturbezogenen Unterrichtsfächern in allen Schulformen ein
·    ermöglicht ein fachlich begleitetes aktives künstlerisches Gestalten und Musizieren im vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bildungsbereich
·    stärkt Elemente kultureller Bildung in der Ausbildung zu Erziehungsberufen
·    versteht kulturelle Bildung grundsätzlich als wesentliche Voraussetzung zum Dialog mit anderen Kulturen
·    unterstützt die Absicht der Landesregierung, die von musikalisch Aktiven seit langem geforderte Landesmusikakademie als Zentrum musikalischer Weiterbildung mittelfristig zu verwirklichen

Liberale gestalten Kulturpolitik in der Erkenntnis, dass das Bewahren des kulturellen Erbes und die Entwicklung zukünftiger Kulturperspektiven eine gemeinschaftliche Aufgabe ist.
Die FDP Niedersachsen
·    setzt auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Bürger in der Pflege und Entwicklung der Museen- und Bibliothekenlandschaft
·    verpflichtet das Land zur Förderung der Anerkennung für freiwilliges bürgerschaftliches Engagement im kulturellen Bereich
·    unterstützt die wünschenswerte Fachlichkeit durch die Vernetzung von nichtstaatlichen und staatlichen Museen

Menschen wenden Zeit und Geld auf, um kulturelle Veranstaltungen zu besuchen. Der Wunsch, kulturelle Impulse zu erleben, kann in erheblichem Maße wirtschaftliche Effekte auslösen.

Die FDP Niedersachsen
·    setzt sich daher für ein umfassendes kulturtouristisches Konzept ein, das einen einheitlichen Wegweiser zu kulturell bedeutenden Orten aufbaut
·    betrachtet den Einsatz von Mitteln der Wirtschaftsförderung für den Kulturtourismus und für Angebote der Kulturwirtschaft als wertvoll im Sinne einer Stärkung des Standortes