
Jann Aden erläuterte Wirtschaftsminister Bode das Konzept. Es geht um Unfälle in Windparks auf hoher See.
Von Christopher Deeken
Rastede - Was Rettung bedeutet, hatte Jörg Bode erst am Dienstag erfahren, als Niedersachsens Minister für Wirtschaft und Verkehr gemeinsam mit anderen Kabinettsmitgliedern im Zwischenahner Meer baden ging. Doch das war nicht der Grund, warum Bode am Mittwoch in der Station des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) „Rote Buche“ die Leitstelle der Offshore-Rettung und Sicherheit gGmbH (ORS) besuchte. Vielmehr ließ sich der FDP-Politiker von Geschäftsführer Jann Aden das Konzept erläutern.
Das DRK Ammerland hat im Mai 2011 die ORS als Tochter gegründet. Diese fungiert rund um die Uhr als Leitstelle, koordiniert den Einsatz – wenn sich ein Unfall in einem Windpark auf hoher See ereignet – und informiert die staatlichen Rettungsorganisationen wie das Havariekommando.
„Wir können mit unserem Helikopter innerhalb von 45 Minuten bei der Unfallstelle sein“, sagte DRK-Ausbilder Jann Aden, auf dessen Initiative der Rettungsverbund überhaupt zustande gekommen war. Aden leistete Pionierarbeit, entwickelte spezielle dreiwöchige Kurse für Offshore-Betriebssanitäter und neue Rettungssysteme. „Sie haben hier etwas Tolles auf die Beine gestellt“, lobte Jörg Bode.
Initiiert hatte den Minister-Besuch der FDP-Kreisvorsitzende Carsten Helms, der ebenfalls vor Ort war. Zugegen waren auch DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Benken, FDP-Kreistagsabgeordneter Hartmut Bruns sowie die Rasteder FDP-Ratsfrau Evelyn Fisbeck.

Aus der Nordwest-Zeitung vom 16. Mai 2012
Blaschke stellte sein neues Buch vor. Dabei betonte er, dass die Problematik jeden Verein betreffen könnte.von Kathrin Janout
Rastede - „Wir bieten eigentlich keine Plattform für politische Veranstaltungen“, betonte Harm Steusloff, 1. Vorsitzender des FC Rastede, ausdrücklich. Doch aufgrund der Aktualität des Themas stimmte der Vorstand einer Anfrage der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zu und lud den Berliner Autor und Journalisten Ronny Blaschke ein, im Vereinsheim an der Mühlenstraße sein neuestes Buch vorzustellen.
Rund 20 Interessierte lauschten dem Vortrag des 30-Jährigen, der sich in „Angriff von Rechtsaußen – wie Neonazis den Fußball missbrauchen“ mit der Problematik von Rechtsextremismus in Amateurvereinen auseinandersetzt. „Es ist ein Thema, das sich immer lohnt, zu besprechen“, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Carsten Helms, „schließlich sind besonders die Jugendlichen leicht zu beeinflussen“. Helms hatte sich mit dem Vorschlag an die Stiftung gewandt.
Im Laufe des Vortragsabends und der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass der „Angriff von rechts“ tatsächlich jeden Verein treffen könnte – und sei er noch so klein. In Lüdenscheid, so beschreibt Blaschke, pfeife zum Beispiel seit mehreren Jahren ein Schiedsrichter Spiele zwischen deutschen und ausländischen Mannschaften in der Kreisklasse, obwohl er als Mitglied der NPD im Stadtrat säße und wegen Volksverhetzung vorbestraft sei. Auch im thüringischen Hildburghausen, einer Kleinstadt mit geringem Ausländeranteil, ist ein Neonazi aktiv und gründete für seine Zwecke einen Fußballverein.
„Der Fußball eignet sich gut für die Äußerungen rechtsextremer Gedanken. Die Anonymität in der Fankurve gibt Sicherheit, man setzt auf Zusammenhalt, Gemeinschaft und Abgrenzung zu anderen Gruppierungen“, so Blaschke. Das Problem habe sich mittlerweile vom Profibereich in die unteren Ligen verlagert.
„Aber wie sollte man diesem als Verein nun begegnen?“, wollte Steusloff wissen. „Es ist wichtig, rechtsextreme Jugendliche nicht sofort aus dem Verein zu schmeißen“, rät Blaschke. Sportvereine seien eben nicht ausschließlich Sportvereine. „Hier trifft sich die Gesellschaft. Man sollte das Gespräch suchen, diskutieren und zusätzlich Alternativen aufzeigen.“