Niedersachsen als Vorreiter für technologieoffene und klimaneutrale Energielösungen
Die FDP Niedersachsen setzt sich dafür ein, dass das Land seine Vorreiterrolle
bei der Entwicklung, Erprobung und Nutzung moderner Energietechnologien deutlich
ausbaut. Entscheidend für eine sichere, leistungsfähige, finanzierbare und
konkurrenzfähige Energieversorgung ist eine technologieoffene Energiepolitik,
die alle realistischen Optionen zur Ergänzung volatiler Wind- und
Solarstromerzeugung berücksichtigt.
Die Forschung, Pilotierung und industrielle Anwendung innovativer und
klimaneutraler Verfahren soll gezielt gefördert und durch geeignete
Anschubfinanzierungen unterstützt werden. Hierfür kann als eine mögliche
Maßnahme das Land Niedersachsen zum Beispiel ein eigenes Anschubprogramm zur
industriellen Skalierung thermochemischer Verfahren auflegen. Auch die Nutzung
kleiner modularer nuklearer Reaktoren ist eine emissionsfreie Alternative für
die Energieversorgung der Zukunft und sollte daher in Deutschland ermöglicht
werden.
Das Land wird aufgefordert, eine umfassende und technologieoffene
Wasserstoffstrategie zu entwickeln, die auf regionalen Ressourcen basiert und
den bedarfsgerechten Einsatz von Wasserstoff in Industrie, Mobilität und
Stromerzeugung ermöglicht. Eine Abwärmenutzung soll stets forciert und dem
Wärmemarkt zur Verfügung stehen.
Technologien zur energetischen Langzeitspeicherung sollen durch Forschung und
Entwicklung unterstützt werden, um wirtschaftliche und skalierbare
Speicheroptionen zu ermöglichen.
Die Forschung in der angewandten Kernphysik und Kerntechnik soll wieder intensiv
gefördert werden. Das Land Niedersachsen wird aufgefordert, der Allianz zur
Erforschung der Kernfusion beizutreten.
Weitere klimarelevante Zukunftstechnologien wie E-Fuels, Carbon Capture, Carbon
Utilization sowie mögliche Geoengineering-Ansätze sollen wissenschaftlich
erforscht, technologieoffen geprüft und ökonomisch bewertet werden.
In der Bewertung aller Technologien sind nicht nur CO2-Emissionen, sondern alle
relevanten Umweltwirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu
berücksichtigen. Dazu gehören insbesondere Ressourcenverbrauch,
Rohstoffgewinnung, Entsorgung und Auswirkungen auf Biodiversität.
Die Landesregierung wird aufgefordert Vorkehrungen zu treffen, damit die im
öffentlichen Raum vorhandene Infrastruktur, insbesondere Gasinfrastruktur- auch
bei Stilllegung- vorerst nicht zurückbaut wird.