Niedersachsen entfesseln – Bürokratieabbau in den Kommunen als Schlüssel zu Wachstum, Freiheit und Fortschritt

Die Freien Demokraten Niedersachsen setzen sich auf Landes- und Kommunalebene
 dafür ein, dass Genehmigungsprozesse, Standortentwicklung, Unternehmensgründung,
 Digitalisierung der Verwaltung sowie KMU-Unterstützung entschlackt, beschleunigt
 und konsequent auf die Stärkung des Wirtschaftsstandortes ausgerichtet werden.

 Mit diesem Antrag bekennen wir uns dazu, Niedersachsen zu einem Land zu machen,
 das unternehmerisches Handeln nicht hemmt, sondern beflügelt.

 Der Aufbruch beginnt in den Kommunen

 Niedersachsen steht an einem Wendepunkt. Während globaler Wettbewerb,
 Digitalisierung und Fachkräftemangel den Druck auf Unternehmen erhöhen, bremsen
 lange Genehmigungswege, überbordende Bürokratie und starre Regelwerke die
 wirtschaftliche Dynamik im Land. Die Freien Demokraten sind überzeugt: Wohlstand
 entsteht zuerst vor Ort. Er entsteht dort, wo Kommunen klug entscheiden,
 Wachstum ermöglichen, flexibel handeln und Unternehmensfreiheit ermöglichen.

 Doch vielerorts herrscht das Gegenteil: Genehmigungsverfahren dauern Monate oder
 Jahre und sind dabei intransparent, Unternehmensgründungen scheitern an
 Formularen, der Ausbau von Infrastruktur wird durch parallele Prüfprozesse
 gehemmt und kommunale Verwaltungssysteme arbeiten im digitalen Zeitalter noch
 analog. Das kostet Wachstum – und Vertrauen.

 Wir wollen das ändern. Unser Ziel ist klar: Niedersachsen soll das
 unternehmerfreundlichste Bundesland werden – durch starke, digital aufgestellte
 und entschlackte Kommunen.

 Genehmigungs- und Standortprozesse beschleunigen

 Wir fordern die Einführung eines landesweit einheitlichen und verbindlichen
 „Genehmigungs-Turbos“ in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt, welcher
 die Fristen für Bau-, Gewerbe- und Infrastrukturverfahren gesetzlich deckelt.
 Dabei soll die das klare Prinzip gelten: ein Antrag ist genehmigt, sobald die
 Frist überschritten ist. Gleichzeitig ist die frühzeitige Einbindung aller
 beteiligten Behörden durch die zuständige Genehmigungsbehörde nach dem One-Stop-
 Prinzip sicherzustellen.

 Wir fordern die Möglichkeit einer vollständigen digitale Einreichung aller 

 kommunalen Genehmigungsanträge, sowie einheitliche Softwarestandards nach einem
 landesweitem Modell und keine kommunal unterschiedlichen Lösungen, die zu einem
 Flickenteppich führen.

 Softwarestandards und keine kommunal individuelle 

 „Flickenlösung“ als EfA/SaaS-Dienstleistung ("Einer für Alle" / "Software as a
 Service").

 Wir wirken auf die Gründung „kommunale Taskforces“ im Sinne Interdisziplinärer
 Teams hin, um „Schnelle Entscheidung“ für besonders komplexe Vorhaben
 (Gewerbegebiete, größere Bauprojekte), sowie eine Konzentration auf pragmatische
 Lösungen und Vermeidung unnötiger Prüfschleifen zu ermöglichen.

 Proaktive Standortentwicklung statt Verwaltungsreaktion. Kommunen sollen
 digitale Kataster verfügbarer Gewerbe- und Industrieflächen erstellen, damit
 Gewerbetreibende verbindlich und schnell planen können. Dies dient auch einer
 frühzeitigen Klärung planerischer und naturschutzrechtlicher Fragen („Vorab-
 Ampel“).

 Gründungs- und Wachstumsförderung erleichtern

 Wir fordern den Aufbau einer landesweit einheitlichen digitalen
 Gründungsplattform „Ein-Klick-Gründung“ die für jede Kommune funktioniert: Auf
 dieser soll die Gewerbeanmeldung, steuerliche Registrierung und behördliche
 Meldungen gleichzeitig erfolgen können, sowie eine begleitende digitale Schritt-
 für-Schritt-Hilfe bereitgestellt werden.

 Diese Plattform kann auch freiwillige kommunale Gründerlotsen, persönliche
 Ansprechpartner, die Start-ups durch die ersten zwölf Monate begleiten –
 unabhängig von Industrie- oder Handwerkskammer, als Ansprechpartner verlinken.

 Wir wünschen uns eine bürokratiearme Unternehmensförderung, welche digital zu
 beantragen ist. Wir fordern eine Absenkung kommunaler Berichtspflichten, weil
 diese im aktuellen Umfang sinnlose Bürokratie darstellen und den Unternehmer bei
 seiner eigentlichen Arbeit hemmen.

 Infrastruktur- und Standortqualität stärken

 Attraktiver und bezahlbarer Wohnraum für Fachkräfte: Gerade gut ausgebildete
 Arbeitskräfte benötigen verlässliche Perspektiven. Wenn aber Mietpreise steigen,
 Neubauprojekte stocken und passende Wohnangebote fehlen, werden Ansiedlungen
 erschwert. Die Kommune kann durch gezielte Wohnbauentwicklung, die Aktivierung
 von Bauland, die Ausweisung neuer Flächen und die Förderung innovativer
 Wohnkonzepte die Grundlage für stabile Fachkräftebindung legen.

 Moderner Arbeits- und Gewerberaum: Unternehmen benötigen flexible, zeitgemäße
 Gewerbeflächen, die gut erschlossen sind. In vielen Kommunen sind jedoch
 Industrie- und Gewerbegebiete überaltert oder vollständig ausgelastet. Eine
 systematische Weiterentwicklung, Digitalisierung und Verdichtung bestehender
 Areale sowie eine Neuausweisung innovativer Gewerbeflächen tragen unmittelbar zu
 besseren Investitionsbedingungen bei.

 Verkehrsanbindung und Mobilität: Eine leistungsfähige Verkehrsanbindung ist
 entscheidend für Pendelnde, Betriebe und Zulieferer. Staus, mangelnde
 Parkplätze, Durchfahrverbote, fehlende ÖPNV-Anbindungen und lange Taktzeiten
 wirken investitionshemmend. Der Ausbau multimodaler Mobilität – also eine gute
 Verzahnung von Straße, ÖPNV, Radverkehr und Parkmöglichkeiten – stärkt
 Erreichbarkeit und Lebensqualität zugleich.

 Digitalisierung der Wirtschaft (und der Verwaltung) vorantreiben

 Digitale Kommune Niedersachsen 2030: Alle Mehrfachanfragen an Bürger und
 Unternehmen werden abgeschafft („Only-Once-Prinzip“). Die Verwaltung nutzt KI-
 gestützte Vorgangsbearbeitung, wo rechtlich möglich.

 Es sollen kommunale Digitalpartnerschaften mit der Wirtschaft geschaffen werden,
 so können Unternehmen technische Lösungen pilotieren – Kommunen werden zu
 Innovationsräumen (Digitale Transformation, E-Goverment).

 Wir fordern die Herstellung und Einhaltung von interoperablen Standards und
 offenen Schnittstellen: Alle kommunalen Systeme müssen über offene
 Programmierschnittstellen verfügen, um redundante Softwarestrukturen zu
 vermeiden. Die Nutzung von Open-Data Systemen sollte von den Kommunen
 privilegiert werden.

 KMU-Support und Exportorientierung stärken

 Wir fordern die Etablierung einer landesweit einheitlichen digitalen KMU-
 Service-Infrastruktur, die kleine und mittelständische Unternehmen
 bedarfsgerecht bei Digitalisierung, Fachkräftegewinnung, Energieeffizienz,
 Export und Finanzierung unterstützt. 

 Anstatt personalintensive physische Strukturen in jeder Kommune aufzubauen,
 setzen wir auf ein virtuelles KMU-Zukunftsbüro. Dieses bündelt Expertenwissen
 zentral oder auf Kreisebene und stellt es den Unternehmen vor Ort über die
 bereits geforderte digitale Gründungsplattform sowie durch KI-gestützte
 Beratungstools zur Verfügung. Persönliche Beratung durch kommunale
 Ansprechpartner oder Gründerlotsen soll dabei flexibel und ortsunabhängig via
 Video-Konsultation erfolgen, um den Verwaltungsaufwand in der Fläche zu
 minimieren und gleichzeitig eine hohe Beratungsqualität zu garantieren.

 Bürokratieabbau als Kulturwandel

 Wir fordern das Land auf, einen „Pakt für entschlackte Kommunen“ zu initiieren.
 Ziel ist ein Kulturwandel, der wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln zum
 Standard macht. Dazu gehören:

  •  Verpflichtende Fortbildungen für Verwaltungsmitarbeitende zu digitaler
     Verwaltung und modernem Projektmanagement.
  •  Einführung eines Belohnungssystems für Kommunen mit besonders guten
     Entbürokratisierungsleistungen.
  •  Jährlicher landesweiter „Bürokratiecheck“, an dem alle Kommunen teilnehmen.
  •  Bürokratieabbau durch Entfall von Vorschriften statt Vereinfachung, mit
     einer jährlichen Auswertung wie viele Vorschriften entfallen sind.