Zukunft von hier – Grundsätze liberaler Kommunalpolitik
Präambel
Die Freiheit des Einzelnen ist Grund und Grenze liberaler Politik. Auch wenn wir
in einer der freiesten Gesellschaften dieser Welt leben, bleibt auch vor Ort und
ganz konkret der Einsatz für Freiheit, Toleranz und die soziale Marktwirtschaft
stete Aufgabe und Herausforderung. Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes Leben
aller Mitbürger unserer Kommunen mit allen Chancen auf persönliches Glück und
Entfaltung der eigenen Lebensziele ein. Deshalb sind Liberale immer auch vor Ort
engagiert. Denn Städte und Gemeinden sind die Basis unseres Gemeinwesens.
Das wesentliche Ziel liberaler Kommunalpolitik ist es, allen Bürgerinnen und
Bürgern vor Ort ein Höchstmaß an Möglichkeiten zur freien Entfaltung ihres
Lebens zu geben. Liberale Kommunalpolitik setzt die Rechte und Freiheiten des
Bürgers an erster Stelle. Jeder Mensch soll faire Chancen haben, seine eigenen
Talente und Ideen zu entfalten, von seiner eigenen Arbeit zu leben und nach
seiner eigenen Vorstellung glücklich werden zu können - zu seinem eigenen Nutzen
und zum Nutzen der Gesellschaft. Dabei sollen ihn kommunale Strukturen und die
Verwaltung unterstützen und nicht bremsen.
Wir bauen auf die mündige Bürgerin und den mündigen Bürger. Die freie
Bürgergesellschaft lebt von seiner individuellen Stärke, seiner Bereitschaft,
Verantwortung für sich und seine Mitbürger zu übernehmen, seinem Engagement,
allein oder im freiwilligen Zusammenschluss mit anderen. Die Bürgergesellschaft
entsteht vor Ort durch das Miteinander und Füreinander der Bürger. Vom Einsatz
ehrenamtlich und gemeinnützig tätiger Menschen leben Gemeinschaften und
Kommunen.
Liberale Kommunalpolitik will dieses private Engagement und die
Selbstorganisation der Bürgerinnen und Bürger nicht durch staatliches Handeln
behindern oder gar verdrängen, sondern im Gegenteil ermutigen und fördern. Wo
immer Menschen in Eigeninitiative tätig werden, finden sie unsere Unterstützung.
Nicht die Hoffnung auf den allmächtigen Staat, sondern die Tatkraft seiner
Bürger macht eine Gesellschaft solidarisch, stark und lebenswert.
Liberale setzen sich konsequent dafür ein, dass die vom Bund und dem Land an die
Kommunen übertragenen Aufgaben auch kostendeckend und auskömmlich finanziert
werden. Wenn das Land dauerhaft die vom Bund überlassenen Mittel nicht in vollem
Umfang an die Kommunen weitergibt – wie beispielsweise bei der Unterbringung von
Schutzsuchenden - oder sowohl bei der Ganztagsbetreuung wie bei der KiTa-
Betreuung die Finanzierung nicht ausreicht, schwächt das die kommunale Ebene und
führt zu kritischen Haushaltslagen und damit zu fehlenden Mitteln für die
eigenen kommunalen Aufgaben.
Um die Kräfte unserer Bürger zur Entfaltung zu bringen, bedarf es einer Politik,
die besonnen die richtigen Rahmenbedingungen setzt. Deshalb ist unsere Politik
pragmatisch, bürgernah und lösungsorientiert. Wir wollen als Freie Demokraten
unsere Städte, Gemeinden und Landkreise aus der politischen Mitte heraus
gestalten. Die Akteure am extremen linken und rechten Rand des politischen
Spektrums tragen nach den Erfahrungen der FDP nichts Konstruktives zur Lösung
der kommunalen Probleme bei und etablieren ein Klima der Angst, des Misstrauens
und der Ausgrenzung. Daher verbietet sich die FDP Niedersachsen eine
Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien.
I. "Schul-Fit for Schulbeginn"
Für die FDP Niedersachsen ist Bildung der Schlüssel zur Selbstbestimmung.
Deshalb darf der Bildungsweg in unserem Land nicht von der Postleitzahl oder dem
Elternhaus abhängen. Hierfür tragen insbesondere die Kommunen und die
Kommunalpolitiker vor Ort die Verantwortung. Chancengerechtigkeit entscheidet
sich nicht erst auf der weiterführenden Schule, sondern bereits im Sandkasten.
Wir wollen daher erreichen, dass die Kinder bereits „schulfit“ in die Schule
kommen. Dafür wollen wir Kitas und Schulen in unseren Kommunen stärken.
Sprache ist der Schlüssel zur Bildung
Wir wollen erreichen, dass Schülerinnen und Schüler vom ersten Tag an dem
Unterricht folgen können. Dazu müssen sie über ausreichende Deutschkenntnisse
verfügen. Wir setzen uns landesweit dafür ein, dass zwei Jahre und ein Jahr vor
der Einschulung eine Sprachstandsfeststellung durchgeführt wird. Bei nicht
ausreichenden Sprachfähigkeiten ist verpflichtend an einer Sprachförderung
teilzunehmen. Sollten sich zudem Defizite im Sozialverhalten zeigen, kann das
letzte Kindergartenjahr verpflichtend werden. Wir wollen die Kitas so
ausstatten, dass sie zeitlich und qualitativ diese Aufgabe auch wahrnehmen
können. Damit schaffen wir eine Basis für echte Teilhabe ab dem ersten Schultag.
Starke Kitas für starke Bildung
Wir wollen erreichen, dass die Kindertagesstätten in Niedersachsen als
Bildungsort gestärkt werden. Frühkindliche Bildung und frühkindliche Förderung
sind grundlegend für den späteren Bildungsweg. Wir wollen die Kitas personell
stärken und den Betreuungsschlüssel verbessern. Wir wollen die
Entwicklungsdiagnostik mit neuen Methoden verbessern und damit den Fachkräften
mehr Zeit geben mit den Kindern zu arbeiten.
Ganztag nach Bedarf statt mit der Gießkanne
Wir wollen erreichen, dass Ganztagsbildung vor Ort gelingt. Mit der Einführung
des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung durch den Bund werden die Kommunen
allein gelassen. Wir wollen Ganztagsangebote insbesondere den Eltern, die darauf
angewiesen sind. Dadurch können es echte Bildungsangebote sein, statt bloße
Betreuung. Mit gezielter Förderung, der Integration von Logo- und Ergotherapie
in den Schulalltag, Lernbegleitung und Angeboten der Jugendhilfe wollen wir
Schulen zum kommunalen Bildungsraum weiterentwickeln.
Ferienangebote stärken – Eltern entlasten
Viele Eltern schaffen es mit den bereits vorhandenen Ganztagsangeboten Familie
und Beruf im Alltag zu meistern. Ein großes Problem bilden jedoch die Ferientage
der Kinder, die weit über den Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern hinausgehen. Wir
wollen daher die Ferienangebote in den Kommunen ausbauen, um verlässliche und
bei Bedarf ganztägige soziale Angebote für die Kinder zu schaffen.
Schulen sind das Aushängeschild für Kommunen
Von der Schultoilette bis ins digitale Klassenzimmer – wir wollen erreichen,
dass Gebäude und Ausstattung unserer Schulen die Bedeutung von Bildung
widerspiegeln. Wir Freien Demokraten fordern eine Investitionsoffensive und
setzen uns für moderne, helle und funktionale Bildungsbauten ein. Schulen (und
auch Kitas) müssen Orte sein, an denen die Kinder gerne lernen und die
Mitarbeitenden gerne arbeiten. Das bedeutet auch, dass die technische
Infrastruktur stimmt. Wir Freien Demokraten fordern eine hochwertige mediale
Ausstattung und schnelles WLAN in jeder Einrichtung – für eine zeitgemäße
Medienpädagogik ab dem Vorschulalter.
Sicherer Schulweg
Wir setzen uns für sichere Schulwege durch eine intelligente Verkehrsplanung,
bessere Beleuchtung und den gezielten Ausbau von Fahrradwegen ein, damit jedes
Kind eigenständig und gefahrenfrei sein Ziel erreicht.
Ausreichend Kapazitäten für Schwimmkurse
Jedes Kind in Niedersachsen muss sicher schwimmen lernen. Deshalb wollen wir
erreichen, dass ausreichend Kapazitäten für Schwimmkurse durch die Sanierung
kommunaler Bäder und eine effizientere Koordinierung der Nutzungszeiten für
Schulen und Vereine zur Verfügung stehen.
Ausgewogenes Schulessen
Wir stehen für ein ausgewogenes Schulessen, das durch regionale Qualität und
ernährungsphysiologische Vielfalt überzeugt.
II. Bauen, Bauen, Bauen
Die Grundlagen eines selbstbestimmten Lebensentwurfs hängen unmittelbar mit der
individuellen Wohnsituation zusammen. Wir fordern daher eine bedarfsgerechte
Schaffung neuen Wohnraums – von der Singlewohnung bis zum Einfamilienhaus. Nur
durch mehr Angebot bleiben Mieten bezahlbar und Kaufpreise erschwinglich.
Individuellen Wünschen und innovativen Ansätzen soll Raum gegeben werden, statt
durch weitere Vorgaben, Auflagen und Gestaltungssatzungen Bauen noch teurer zu
machen. Neue Baugebiete sollen genauso ausgewiesen wie eine Nachverdichtung im
Bestand erleichtert werden. Durch neue Gewerbegebiete wird die lokale Wirtschaft
gestärkt und kann sich weiter entfalten.
Wohnraum bedarfsgerecht schaffen
Wir setzen beim Wohnungsbau konsequent auf Bedarf statt auf Verbote. Wir möchten
Rahmenbedingungen etablieren, die die Schaffung von Wohnräumen für
unterschiedlichste Lebenssituationen - insbesondere barrierefrei – ermöglichen
und dies von der Single-Wohnung, über das Appartement bis zum Einfamilienhaus
mit Garten. Wir wollen erreichen, dass individuelle Träume der Menschen
erreichbar bleiben. Vielfalt im Angebot ist der wirksamste Hebel gegen steigende
Mieten und Kaufpreise und macht zusätzliche Markteingriffe wie die
Mietpreisbremse überflüssig. Tiny Houses, ökologische Bauformen und spektakuläre
Architektur sollte man nicht nur im Ausland bestaunen dürfen. Flächensparen
erreichen wir durch Anreize wie „Jung kauft Alt“, nicht durch pauschale
Bauverbote.
Innovatives Bauen ermöglichen
Innovatives Bauen braucht Freiräume. Wir setzen uns dafür ein, dass moderne
Baustoffe, serielle Bauweisen und nachhaltige Materialien ohne unnötige Hürden
eingesetzt werden können. Viele kommunale Gestaltungssatzungen sind
überreguliert und verhindern Innovation aus reinem Geschmacksempfinden. Wir
wollen erreichen, dass diese Vorgaben regelmäßig überprüft und entschlackt
werden und stärker auf funktionale statt ästhetische Kriterien ausgerichtet
werden. Baukultur entsteht durch Wettbewerb und Ideen – nicht durch
Detailvorschriften. Baugenehmigungen müssen zudem eine Bringschuld der
Verwaltung werden. Deshalb treten wir für eine Genehmigungsfiktion ein, bei der
ein Bauantrag automatisch als genehmigt gilt, wenn er nicht innerhalb von zwei
Monaten beschieden wird.
Wohnungsbau und soziale Infrastruktur gemeinsam denken
Mehr Wohnraum gelingt nur, wenn Planung pragmatisch bleibt. Wir setzen auf neues
Bauland und Bebauungspläne und nicht auf zusätzliche Vorschriften, die
bestehendes Landes- und Bundesrecht noch verschärfen. Bauen – ob zur
Eigennutzung oder zur Vermietung – darf weder ein steiniger Weg noch ein
Behördenmarathon sein. Parallel zum Wohnungsbau muss die soziale Infrastruktur
bedarfsgerecht mitwachsen: wir wollen erreichen, dass Kitas, Pflegeangebote und
Freizeitflächen als integraler Bestandteil funktionierender Quartiere von Anfang
an mitgedacht werden.
Bauen braucht Platz
Wir stehen zu einer aktiven Baulandpolitik. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete
sollen neben Einfamilienhäusern auch Mehrfamilienhäuser, moderne Quartiere und
geförderter Wohnraum entstehen, um ein ausgewogenes Angebot für Familien,
Alleinerziehende und Alleinstehende zu schaffen. Nur durch ausreichende
Flächenverfügbarkeit kann Wohnraum bezahlbar bleiben. Verknappung ist kein
Klimaschutz, sondern ein Preistreiber.
Bauen im Außenbereich pragmatisch ermöglichen
Im Außenbereich setzen wir auf gezielte, praxisnahe Lösungen. In Anlehnung an
die Altenteilregelung in der Landwirtschaft wollen wir Wohnraum privilegieren,
wenn er im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolge, Betriebsentwicklung oder dem
Erhalt mittelständischer Betriebe steht. Wohnen und Arbeiten wieder näher
zusammenzubringen stärkt den ländlichen Raum und sichert wirtschaftliche
Substanz.
Azubi-Wohnungen gezielt fördern
Wer Fachkräfte will, muss Wohnraum ermöglichen. Für Azubi-Wohnungen brauchen wir
insbesondere auf Ebene der Landkreise vereinfachte Genehmigungen und flexible
Standards. Ausbildung, Wohnen und Arbeiten gehören zusammen. Wo kein Wohnraum
ist, entstehen auch keine Arbeitsplätze – das gilt besonders für junge Menschen.
Neue Gewerbegebiete ausweisen – Wachstum ermöglichen
Eine starke Kommune braucht Raum für Wirtschaft und kümmert sich um
Arbeitsplätze. Gewerbe, Handwerk und Industrie müssen gefördert werden. Wir
wollen erreichen, dass Gewerbegebiete zügig ausgewiesen werden, um bestehenden
Betrieben Wachstum zu ermöglichen und neue Unternehmen anzusiedeln.
Planungssicherheit, schnelle Verfahren und eine verlässliche Flächenpolitik sind
zentrale Standortfaktoren. Wer Arbeitsplätze schaffen will, darf nicht an
Flächenmangel oder jahrelangen Genehmigungen scheitern. Gewerbeentwicklung ist
Voraussetzung für Wohlstand, kommunale Einnahmen und eine starke lokale
Wirtschaft. Ein leistungsfähiger Breitbandanschluss ist im Jahr 2026 kein
Luxusgut, sondern die Grundvoraussetzung für wirtschaftliches und modernes
Handeln. Wir wollen erreichen, dass es eine flächendeckende Gigabit-
Infrastruktur errichtet wird, um digitale Geschäftsmodelle, Cloud-Anwendungen
und internationale Kommunikation fehlerfrei zu ermöglichen.
III. Sicherheit, Vielfalt, Sauberkeit – für attraktive
Zentren
Lebendige Innenstädte und Ortszentren sind das Herz unserer Kommunen. Sie sind
Orte des Handels, der Begegnung, der Kultur und des gesellschaftlichen
Zusammenhalts. Damit sie auch künftig attraktiv bleiben, braucht es verlässliche
Rahmenbedingungen. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sind die Grundlage für
Aufenthaltsqualität, wirtschaftliche Entwicklung und ein positives Lebensgefühl.
Sauberkeit ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität
Wir fordern regelmäßige und bedarfsgerechte Reinigungsintervalle, insbesondere
an zentralen Plätzen und an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs - dort müssen
sie selbstverständlich sein. Verschmutzungen, etwa in Unterführungen oder
Zugängen zu Bahnhöfen, sind konsequent zu beseitigen und durch geeignete
präventive Maßnahmen dauerhaft zu reduzieren. Ergänzend dazu braucht es
ausreichend öffentliche Toiletten an stark frequentierten Orten, um die
Sauberkeit im öffentlichen Raum nachhaltig zu sichern.
Objektive Sicherheit und subjektives Sicherheitsgefühl gehören untrennbar
zusammen. Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besucher sollen sich zu
jeder Tages- und Nachtzeit unbeschwert im öffentlichen Raum bewegen können.
Sicherheitsgefühl stärken
Wir fordern sichtbare und ansprechbare Präsenz von Polizei und kommunalen
Ordnungsdiensten sowie eine enge, rechtssichere Zusammenarbeit beider Akteure.
Kooperative Streifen stärken das Sicherheitsgefühl, wirken präventiv und
ermöglichen schnelle Hilfe, ohne ein Klima der Überwachung zu erzeugen.
Ergänzend dazu muss die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr,
insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, weiter verbessert werden. Bewährte
Schutzangebote, insbesondere für Frauen, wollen wir erhalten und gezielt
ausbauen. Zusätzlich fordern wir eine gute und verlässliche Beleuchtung. Dunkle
Straßen, Wege, Unterführungen und Haltestellen schaffen Unsicherheit und müssen
konsequent vermieden werden. Moderne, auch smarte Beleuchtungskonzepte können
dazu beitragen, Angsträume abzubauen und das Sicherheitsgefühl spürbar zu
verbessern.
Ordnungspolitik bedeutet für uns Freie Demokraten nicht die Verdrängung sozialer
Probleme Wohnungslose Menschen brauchen Unterstützung statt Ausgrenzung.
Hilfsangebote zur kurzfristigen Unterbringung, zur medizinischen Grundversorgung
und zur Beratung wollen wir erhalten und gezielt ausbauen, insbesondere in den
Wintermonaten. Im Umgang mit offenen Drogenszenen ist ein verantwortungsvoller
und differenzierter Ansatz erforderlich. Wir wollen erreichen, dass Sicherheit,
Gesundheitsschutz und wirksame Hilfsangebote miteinander verbunden werden und
alle relevanten Akteure mit einbezieht.
Attraktive Zentren entstehen dort, wo Vielfalt, Erreichbarkeit und
Aufenthaltsqualität zusammengedacht werden
Neben Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit braucht es eine ausgewogene Mischung
aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Wohnen, Kultur und Freizeit, die
unterschiedliche Zielgruppen anspricht und den ganzen Tag über Leben in die
Zentren bringt. Inhabergeführte Geschäfte, innovative Nutzungskonzepte und
flexible Zwischennutzungen tragen ebenso zur Belebung bei wie Veranstaltungen,
kulturelle Angebote und Erlebnisräume. Eine gute Erreichbarkeit mit allen
Verkehrsmitteln, barrierefreie Gestaltung, ausreichend Sitzgelegenheiten sowie
attraktive Grün- und Freiflächen erhöhen die Aufenthaltsdauer und machen Zentren
zu Orten, an denen Menschen sich gerne aufhalten. Digitalisierung, etwa durch
freies WLAN, Informations- und Leitsysteme oder digitale Services, kann die
Nutzung zusätzlich erleichtern. Entscheidend ist dabei eine Politik, die
ermöglicht statt verhindert, private Investitionen fördert, Eigentümer einbindet
und Experimentierräume zulässt.
Eine lebenswerte Heimat für ältere Menschen zeichnet sich durch ein starkes
soziales Gefüge aus, das durch gezielte Begegnungsangebote und Stärkung des
Ehrenamts aktiv der Vereinsamung entgegenwirkt. Gleichzeitig sorgt eine
barrierefreie Infrastruktur in Verbindung mit niederschwelligen
generationenübergreifenden Hilfs- und Pflegeangeboten dafür, dass auch kranke
und bedürftige Bürger ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben gemeinschaftlich
führen können.
IV. Kommunale Verkehrs- und Mobilitätspolitik mit
Wahlfreiheit
Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für Freiheit, Teilhabe und wirtschaftliche
Entwicklung. Wir stehen für eine ideologiefreie Mobilitätspolitik, die
Wahlfreiheit ermöglicht und alle Verkehrsteilnehmer gleichrangig berücksichtigt
- unabhängig davon, ob sie zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder dem
öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind.
Zukunftsfähige kommunale Verkehrspolitik
Statt auf Verbote oder Verdrängung zu setzen, fördern wir lokale Lösungen. Wir
wollen erreichen, dass moderne Verkehrskonzepte, technologische Innovationen und
praktikable Parkraumkonzepte miteinander verbunden werden. Wir bekennen uns
ausdrücklich zur individuellen Mobilität. Gerade im ländlichen Raum bleibt das
Auto für viele Menschen unverzichtbar. Keine Mobilitätsform darf ideologisch
benachteiligt werden.
Moderne Mobilitätsangebote und Digitalisierung
Wir wollen erreichen, dass die Chancen der Digitalisierung für eine bessere
Mobilität vor Ort konsequent genutzt werden. Digitale Verkehrssteuerung,
Echtzeitinformationen, interoperable Ticket- und Bezahlsysteme sowie
intelligente Ampel- und Leitsysteme können Verkehrsflüsse verbessern und Staus
reduzieren. Insbesondere im ländlichen Raum wollen wir erreichen, dass flexible
und digitale Mobilitätsangebote ausgebaut werden. On-Demand-Verkehre, digitale
ÖPNV-Taxis und Rufbusmodelle können den klassischen Linienverkehr sinnvoll
ergänzen und Mobilität auch dort sichern, wo herkömmliche Angebote an ihre
Grenzen stoßen. Wir fordern moderne Mobilitätsangebote, die durch eine
verbundübergreifende Digitalisierung barrierefrei zugänglich werden und eine
automatisierte Buchung sowie Abrechnung mittels herkömmlicher elektronischer
Zahlungsmittel (wie Debit- oder Kreditkarte) nach dem ‚Best-Price-Prinzip‘
ermöglichen. Künstliche Hürden wie Mindestpreise oder langwierige
Genehmigungsverfahren für neue Mobilitätsanbieter lehnen wir dabei ab.
Innovative Mobilitätsformen sind keine Feinde des ÖPNV, sondern bedeuten mehr
Angebot für uns alle.
Autonomes Fahren als Chance für Stadt und Land
Wir wollen geeignete Rahmenbedingungen für autonome Mobilität schaffen. Wir
wollen erreichen, dass Pilotprojekte zum autonomen Fahren – insbesondere im
öffentlichen Personennahverkehr – gemeinsam mit kommunalen und regionalen ÖPNV-
Anbietern auf den Weg gebracht werden. Teil- und vollautonome Verkehrssysteme
bieten große Chancen für den ländlichen Raum: bessere Erreichbarkeit, mehr
Flexibilität und neue Mobilitätsangebote auch außerhalb der Ballungszentren. Die
treiben deshalb die Erprobung autonomer Mobilitätslösungen gezielt auch in dünn
besiedelten Regionen voran. Voraussetzung dafür ist eine leistungsfähige
digitale Infrastruktur. Wir Freien Demokraten prüfen, inwieweit Kommunen den
Ausbau von LoRaWAN, 5G-Netzen sowie die Einführung kommunikationsfähiger
Signalanlagen an Straßen und wichtigen Verkehrsachsen aktiv unterstützen können.
Autonomes Fahren wird in Zukunft einen hohen Stellenwert in der Verkehrspolitik
einnehmen – Kommunen sollen darauf vorbereitet sein.
Straßen- und Verkehrsinfrastruktur erhalten und modernisieren
Der Zustand der Straßen ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein unmittelbarer
Gradmesser für funktionierende Politik. Schlaglöcher, Sperrungen und lange
Sanierungszeiten führen schnell zu Frustration und Politikverdrossenheit. Wir
sehen erhebliche strukturelle Probleme an den Schnittstellen zwischen Kommunen,
Land und zuständigen Straßenbauverwaltungen. Unklare Zuständigkeiten, lange
Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie personelle und finanzielle Engpässe
verzögern notwendige Maßnahmen. Wir wollen radikal vereinfachte, schlanke und
digitale Verfahren bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von
Infrastrukturprojekten erreichen. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
umfasst dabei nicht nur Straßen und Radwege, sondern auch Schienen-, Wasser-,
Flug- und kombinierte Verkehrswege. Erhalt und Sanierung müssen Vorrang vor
ideologisch motivierten Strukturveränderungen haben. Straßenausbaubeiträge
lehnen die Freien Demokraten ab.
Verkehrssicherheit als Leitprinzip kommunaler Planung
Eine sichere Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer – ob Fußgänger,
Radfahrer, Autofahrer oder Nutzer des ÖPNV – ist Voraussetzung für Akzeptanz und
Vertrauen. Dabei wollen wir erreichen, dass auf intelligente Verkehrsführung,
übersichtliche Planung und moderne Technik statt pauschaler Einschränkungen oder
Verbote gesetzt wird. Außerdem wollen wir eine stärkere Verkehrsbildung der
Verkehrsteilnehmer durch Verkehrswachten und Schulen erreichen.
Mobilität bedeutet eine starke Logistik und eine Stärkung des Tourismus.
Städte, Gemeinden und Landkreise tragen eine zentrale Verantwortung dafür, dass
Mobilität funktioniert, Versorgung gesichert ist und wirtschaftliche Entwicklung
stattfinden kann. Logistik und Tourismus sind dabei entscheidende kommunale
Wirtschaftsfaktoren: Sie schaffen Arbeitsplätze vor Ort, sichern die
Daseinsvorsorge und stärken die Attraktivität.
Logistik als kommunale Aufgabe ernst nehmen
Logistik wird im Alltag häufig auf Paketlieferungen reduziert. Tatsächlich ist
sie jedoch das Rückgrat der kommunalen Versorgung: Sie stellt sicher, dass
Geschäfte beliefert werden, Betriebe produzieren können und Energie sowie
Kraftstoffe verfügbar sind, daher sind leistungsfähige logistische Strukturen
unverzichtbar.
Wir begreifen Logistik als Gestaltungsaufgabe, die eigene Handlungsspielräume,
moderne Konzepte und eine verlässliche Infrastruktur braucht.
Zentral sind dabei für uns offene und praxistaugliche Konzepte der City-
Logistik, damit der wachsende Lieferverkehr der Kurier-, Express- und
Paketdienste effizient, stadtverträglich und ohne zusätzliche Bürokratie
organisiert werden können.
Tourismus als kommunaler Wirtschaftsmotor
Tourismus findet vor Ort statt. Ob Städtetourismus, Naherholung oder ländliche
Tourismusangebote – die Kommunen gestalten die Rahmenbedingungen. Der
Kulturtourismus ist ein wichtiger Identitäts- und Wirtschaftsfaktor, den wir
gezielt stärken wollen.
Voraussetzung für erfolgreichen Tourismus ist Erreichbarkeit. Wir wollen
insbesondere im ländlichen Raum einen verlässlichen, gut abgestimmten ÖPNV
erreichen.
Gerade in touristisch geprägten Kommunen entscheidet die Mobilität vor Ort
darüber, ob Angebote genutzt werden können.
Wir wollen erreichen, dass kommunal gestaltbare, innovative Mobilitätsangebote
ausgebaut werden und unterstützen den Ausbau intelligenter On-Demand-Verkehre,
die flexibel auf Nachfrage reagieren. Ebenfalls fordern wir die Erprobung
elektrisch betriebener, fahrerloser Kleinbusse (Peoplemover), insbesondere in
touristischen Regionen.
V. Update für die Kommunen: effektiv - digital - bürgernah
Digitale Serviceleistungen
Wir wollen erreichen, dass unsere Kommunen digitale Serviceleistungen auch zu
100 Prozent anbieten. Von der Anmeldung einer Wohnung bis zur Gewerbeanmeldung –
alle Vorgänge sollen bequem digital und papierfrei von der Couch erledigt werden
können. Dazu wollen wir erreichen, dass eine zentrale digitale Plattform als
One-Stop-Shop eingerichtet wird. Solange Präsenztermine noch erforderlich sind,
muss die Terminvergabe digital und für spontan freiwerdende Termine eine Push-
Benachrichtigung erfolgen. Wir wollen erreichen, dass die Verwaltung intern
digital abläuft. Ausgedruckte Online-Anträge und Papierakten sollen der
Vergangenheit angehören. Künstliche Intelligenz soll die Verwaltungsstuben
auffrischen. Wir setzen uns für KI-Assistenten ein, die Bürgerinnen und Bürger
bei ihren Anliegen unterstützen und perspektivisch Anträge komplett
automatisiert bearbeiten. Langfristig wollen wir Leistungsansprüche als
automatisierten No-Stop-Shop ohne Antrag realisieren, um den Prozess zu
verschlanken, Zielgenauigkeit zu erhöhen und Sozialmissbrauch zu unterbinden.
automatisiert bearbeiten.
Kommunen als Schlüssel für die erfolgreiche Einführung der EUDI-Wallet
Die Einführung der europäischen digitalen Brieftasche EUDI-Wallet (European
Digital Identity Wallet) Ende 2026 wird zu einem entscheidenden Hebel für die
digitale Transformation werden. Sie ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, sich
digital auszuweisen, Dokumente sicher zu speichern und Dienste vollständig
online zu nutzen. Wir setzen uns daher für klare Zuständigkeiten, gemeinsame
technische Standards und eine frühzeitige Unterstützung der Kommunen bei der
Umsetzung ein, damit die EUDI-Wallet ihr volles Potenzial für eine moderne,
digitale Verwaltung und zukunftsfähige Smart-City Strukturen entfalten kann.
Verwaltung als Problemlöser
Wir wollen erreichen, dass serviceorientierte Verwaltung Lösungen anstatt
Probleme aufzeigen. Wer in unseren Kommunen leben, bauen und wirtschaften
möchte, soll das Gefühl haben, hier willkommen zu sein. Dazu wollen wir auch die
Wirtschaftsförderung ausbauen, die Unternehmen dabei unterstützen soll, etwaige
notwendige Genehmigung zügig zu erhalten. Englisch soll schrittweise zweite
Verwaltungssprache werden, um internationale Unternehmen und Fachkräfte aus
aller Welt die Ankunft in Niedersachsen zu erleichtern. Bei unseren
Reformanstrengungen setzen wir auch auf die Eigenverantwortung und
Entscheidungsfreude der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer innovative
Lösungen und neue Wege aufzeigt, soll honoriert werden durch schnellere
Beförderungen und eine leistungsbezogene Vergütung.
Wir streben ferner den freiwilligen Zusammenschluss von kommunalen
Gebietskörperschaften zu effizienteren Verwaltungseinheiten an.
Kommunale Demokratie stärken
Wir Freie Demokraten setzten uns für das passive Wahlrecht ab 16 zur
Kommunalwahl ein. Wir begrüßen es, wenn junge Menschen sich aktiv vor Ort
einbringen und an ihrem Heimatort einen Unterschied machen wollen. Auch die
bisher geltenden Altersgrenzen für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sollten
an die gesellschaftliche Realität angepasst werden. Daher wollen wir das
Mindestalter auf 18 Jahre absenken und das bisher geltende Höchstalter gänzlich
abschaffen. Solche diskriminierenden Regelungen sind aus liberaler Sicht
unnötig, die Entscheidung über Reife und Eignung sollte bei den Wählerinnen und
Wählern sowie den aufstellenden Parteien liegen. Außerdem setzen wir uns im
Sinne einer fairen demokratischen Teilhabe dafür ein, die Ausschüsse in unseren
Kommunalparlamenten nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren zu besetzen, um die
Vielfalt der Wählerstimmen präzise abzubilden und auch kleineren Fraktionen
sowie Gruppen eine wirksame parlamentarische Mitarbeit zu ermöglichen.
Jugendparlamente wollen wir in allen Kommunen einrichten und mit echten
Antragsrechten im Rat ausstatten.
VI. Kommunen entfesseln: schlanke Steuern vor Ort - starke
Finanzen
Wir Freie Demokraten setzten uns für eine nachhaltige Haushaltspolitik ein. Denn
kommunale Kassen brauchen kluge Rechner. Dafür stehen wir bereit.
Strikte Haushaltsdisziplin mit Blick in die Zukunft
Wir wollen erreichen, dass auch in finanziell angespannten Zeiten eine strikte
Haushaltsdisziplin und ein planmäßiger Schuldenabbau im Fokus stehen. Wir sind
der Überzeugung, dass die (finanzielle) Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit
unserer Kommunen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das Vertrauen in
staatliche Institutionen sichern. Daher müssen alle Ausgaben unserer Städte,
unserer Gemeinden und unserer Landkreise effizient und zielgerichtet eingesetzt
werden mit dem Ziel, die bestehende Verschuldung mittelfristig zu senken. Als
Freie Demokraten setzen wir deshalb auf strukturelle Korrekturen, öffentliche
Aufgabenreduzierung und Effizienzsteigerung durch eine moderne Verwaltung. Das
Bekenntnis zu einer nachhaltigen Haushaltspolitik resultiert für uns nicht nur
aus einem wirtschaftlichen Grundverständnis, sondern ist auch Ausdruck von
Generationengerechtigkeit. Mit einer nachhaltigen Haushaltspolitik ermöglichen
wir der nächsten Generation, ihre Zukunft selbst gestalten zu können.
Bagatellsteuern gehören abgeschafft
Als Freie Demokraten setzen wir uns für die steuerliche Entlastung von
Bürgerinnen und Bürgern ein. Wir werden uns gegen kommunale Steuererhöhungen
wenden. Abgaben, Steuern und Bürokratie müssen zur Unterstützung der
Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft auf ein Mindestmaß beschränkt werden.
Auch setzen wir uns für die Abschaffung von Bagatellsteuern wie z.B. der
Hundesteuer, Bettensteuer, Verpackungssteuer und der Zweitwohnsteuer ein. Der
Einzug dieser Steuern und deren Überwachung kostet meist mehr als diese Steuern
einbringen. Straßenausbaubeiträge wollen wir in allen Kommunen abschaffen.
Wir wollen erreichen, dass auch in finanziell schwierigen Zeiten auch in die
Zukunft gerichtete Investitionen planmäßig getätigt werden. Dazu zählen für uns
insbesondere Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur. Für
Investitionen schlagen wir vor, auch Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP)
ergebnisoffen zu prüfen. ÖPP Projekte sind für uns denkbar, wenn sie
demokratischen Prinzipien entsprechen und sich aus der Beteiligung Privater auch
langfristig ein Vorteil für die Kommunen ergibt. Dies ist auf Basis der
Vereinbarungen vorab zu prüfen. Schon jetzt ist der kommunale Investitionsstau
groß. Es ist unsere Ansicht, dass ein Aufschieben von wichtigen und notwendigen
Investitionen am Ende teurer und der nächsten Generation gegenüber nicht gerecht
wäre.