Lars Alt: Exzellenz verpasst: Niedersachsen muss endlich Konsequenzen ziehen
Zur aktuellen Entscheidung über die Verleihung des Titels der Exzellenzuniversität erklärt der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP Niedersachsen, Lars Alt:
„Es ist sehr bedauerlich, dass Niedersächsische Hochschulen bei der heutigen Verleihung des Titels der Exzellenzuniversität und der damit verbundenen Forschungsförderung leer ausgegangen sind. Was sich bereits bei der missglückten Wettbewerbsrunde um neue Exzellenzcluster angedeutet hat, hat sich heute bestätigt: Niedersachsen kann weiterhin keine einzige Exzellenzuniversität ausweisen und verharrt in der wissenschaftspolitischen Abwärtsspirale. Letztlich vergibt die Landesregierung mit dieser verpassten Chance eine erhebliche Fördersumme zur Aufrechterhaltung und Stärkung der niedersächsischen Spitzenforschung.
Dieses Ergebnis muss endlich ein Weckruf für die gesamte Landesregierung sein. Die nächste Förderrunde wird voraussichtlich in den 2030er-Jahren beginnen. Nach den gescheiterten letzten Förderrunden muss die Landesregierung nun alles in die Waagschale werfen, um die niedersächsischen Hochschulen auf ihrem Weg in die Exzellenz in der nächsten Förderrunde bestmöglich zu unterstützen: Wir brauchen Profil statt Gießkanne. Niedersachsen muss wenige internationale Spitzenfelder gezielt und langfristig stärken. Wir brauchen mehr Hochschulautonomie bei Personal, Finanzen, Bauen und der Binnenorganisation von Hochschulen. Und wir brauchen eine eigene landesseitige Vorlauffinanzierung, damit aussichtsreiche Forschungsfelder bis zur nächsten Exzellenzrunde aufgebaut werden können.
Jetzt ist nicht die Zeit für Durchhalteparolen. Der Rückschlag ist keineswegs auf die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher in Niedersachsen zurückzuführen. Vielmehr zeigt sich erneut, dass es der Landesregierung an einer ausreichenden wissenschaftspolitischen Strategie mangelt. Niedersachsen muss aus diesem Ergebnis lernen und wissenschaftspolitisch deutlich ambitionierter werden.“