Marco Genthe: Fanprojekte in Niedersachsen brauchen Planungssicherheit!
Der sportpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Marco Genthe, fordert den Deutschen Fußballbund (DFB) auf, seine Gedankenspiele zu den möglichen Kürzungen für die Fanprojekte zu beenden.
„Sozialpädagogische Arbeit mit Fußballfans nach dem 'Nationalen Konzept Sport und Sicherheit' hat sich bewährt. Viele Länder in der Welt beneiden Deutschland um den Ansatz, junge Fußballfans mit pädagogischen Angeboten und Dialogformen für Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit und gewaltfreie Konfliktlösung zu sensibilisieren. In Niedersachsen gelingt dies ebenfalls gut“, so Genthe. Dieses Erfolgsmodell dürfe nicht gefährdet werden. „Insbesondere unterhalb der zweiten Bundesliga ist die Finanzierung der Fanprojekte sicherzustellen. Gerade junge Standorte wie der in Meppen oder Oldenburg dürfen nicht kaputtgespart werden“, argumentiert Genthe die Ideen des DFBs, die Mittel für die sozialpädagogische Arbeit erst herunterzufahren und 2024 abzuschaffen. Durch Abstiege könnten von den Kürzungsplänen des DFBs auch weitere Standorte in Niedersachsen betroffen sein.
Der Niedersächsische Landtag hatte Mitte 2018 auf Antrag der FDP beschlossen, die Fanprojekte im Land stärker zu fördern. Davon profitieren die Fanprojekt in Meppen, Osnabrück, Oldenburg, Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Genthe: „Es ist besser, einen stärkeren Beitrag zur Konfliktprävention zu leisten als immer mehr Geld für Sicherheit an den Spieltagen auszugeben und bei möglichen Vorfällen im Rahmen von Fußballspielen mit Restriktionen nur zu reagieren.“ Die FDP-Fraktion hatte sich seinerzeit für die Erhöhung des Landesanteils auf 75.000 Euro pro Fanprojekt eingesetzt, um im Dialog mit den Kommunen die maximalen Fördermittel der Verbände für die Fan(sozial-)arbeit auszuschöpfen. Nachdem in den parlamentarischen Verhandlungen zwischenzeitlich eine viel geringe Förderung im Raum war, stellten die damals vom Landtag beschlossenen 50.000 Euro pro Fanprojekt eine erhebliche Verbesserung dar. Die Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS) hatte in den letzten Jahren wiederholt moniert, dass der Finanzierungsanteil in Niedersachsen zu gering sei und damit die personelle Ausstattung der einzelnen Projekte mit mindestens vier Vollzeitstellen, davon eine für Organisation und Finanzen, wie sie das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) seit vielen Jahren vorgesehen habe, nicht erreicht worden sei.
Hintergrund: Der Deutsche Fußball-Bund plant, die Mittel für die Fanprojekte unterhalb der zweiten Liga ab 2022 zu kürzen und zwei Jahre später abzuschaffen. Davon wären auch Fanprojekte in Niedersachsen betroffen.
Weitere Informationen: Nationales Konzept Sport und Sicherheit: https://www.kos-fanprojekte.de/fileadmin/user_upload/material/soziale-arbeit/Richtlinien-und-Regeln/nkss_konzept2012.pdf
FDP-Antrag zu Fanprojekten: https://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen%5F18%5F02500/00001-00500/18-00083.pdf
Landtagsbeschluss zur Förderung der Fanprojekte: https://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen_18_05000/02501-03000/18-02746.pdf