Marco Genthe: Landesregierung erkennt E-Sport nur halb an - FDP-Fraktion will Veränderungen im Sport nicht nur zusehen sondern politisch begleiten

Die Landesregierung tut sich mit dem Thema E-Sports noch immer zu schwer, findet der sportpolitische Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion.

Marco Genthe MdL

"Die Gesellschaft und auch der Sport entwickeln sich weiter und dem sollte die Politik auch Rechnung tragen. Der heute beschlossene Antrag der Großen Koalition ist deshalb zwar ein erster Schritt, geht aber nicht weit genug", sagt Genthe. Er bemängelt die Art und Weise, wie die Landesregierung zwischen Sportsimulationen und anderen Spielen unterscheidet. Schwarz-Weiss-Muster würden nicht weiterhelfen. Genthe: "Lediglich zu behaupten, E-Sport sei oft gewalttätig und traditioneller Sport nicht, führt nicht weiter. Das ist schon zweifelhaft, wenn man sich zum Beispiel Kampfsportarten oder den Boxsport ansieht, oder regelmäßige Verletzungen beim Rugby, Football oder Fußball." Die FDP-Fraktion wollte mit einem eigenen Antrag E-Sport umfangreicher unterstützen. Unter Anderem will sie den E-Sport als gemeinnützig anerkennen und damit förderfähig machen und die Visa-Voraussetzungen für ausländische Turnierteilnehmer erleichtern. Statt der Entwicklungen nur zuzusehen, will die FDP-Fraktion die Entwicklung mit einem politischen Konzept begleiten.

Beim E-Sport komme es auf Wahrnehmungsvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit und Feinmotorik an. Der sportliche Aspekt liege in der kognitiven Anstrengung und dem Erreichen von Zielen im Team. Genthe: "Sport bedeutet nicht immer auch Bewegung, denn sonst wäre Schach keine anerkannte Sportart." Statt die Andersartigkeit zu betonen, sollte der vereinende Charakter von E-Sports in den Blick genommen werden. Genthe: "E-Sport unterscheidet nicht zwischen Geschlecht oder körperlichen Beeinträchtigungen. E-Sport ist hochgradig integrativ und geeignet, den Austausch und das Verständnis über Ländergrenzen hinaus zu fördern. Wir vermissen die Betonung dieser Chancen für die Integration und die Inklusion. Uns geht es darum, diese Potenziale zu unterstützen und um die Möglichkeit, dass Vereine ihre Angebote mit einem pädagogischen Konzept verbinden können." 

 

Hintergrund: Der Landtag debattierte am Dienstag eine bessere Anerkennung und Förderung von E-Sport. Die FDP-Fraktion hatte mit dem Antrag "E-Sport in Niedersachsen endlich ernst nehmen!" das Thema vorangetrieben.