Grigorios Aggelidis: Milliardenschwere Beruhigungspille für Familien - Investitionen in Bildung kommen zu kurz

Zu dem vom Koalitionsausschuss beschlossenen Kinderbonus erklärt der familienpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Grigorios Aggelidis:

Grigorios Aggelidis MdB

„Ein einmal gezahlter Kinderbonus kann manchen helfen, ist für die meisten Familien aber nur eine milliardenschwere Beruhigungspille in der Krise. Investitionen in Bildung, in Kitas und eine umfassende Infrastruktur für Familien hätten eine viel größere Priorität haben müssen. Die im Konjunkturpaket vorgesehenen Maßnahmen für das Bildungssystem sind zwar der richtige Ansatz, greifen aber viel zu kurz. Denn auch mit mehr Kitaplätzen und Ganztagsplätzen in den Schulen, fehlen immer noch Lehrer und Erzieher. Und mehr Fördermöglichkeiten für digitale Schulen bedeuten nicht, dass das Geld dann auch tatsächlich in den Schulen ankommt. Kinder und Eltern müssen zudem in die Lage versetzt werden, auch digital am Unterricht von zu Hause teilnehmen zu können. Dazu brauchen wir eine Digitalisierungsbeihilfe etwa über das Kinderchancengeld.

Gerade die vergangenen Monate haben deutlich gemacht, dass der hier bestehende Nachholbedarf zu einer Belastung von Eltern führt. Eltern drucken die Schulunterlagen ihrer Kinder selbst aus, digitales Lernen ist in weiter Ferne, in den Kitas fehlen Fachkräfte, um umfangreich mit Einhaltung von Hygienerichtlinien zu öffnen. Und auch bei der Familieninfrastruktur sind wir noch lange nicht soweit, dass Familien nachhaltig unterstützt werden. Familienberatung etwa ist immer noch eine freiwillige kommunale Leistung.

Ich stelle immer wieder fest, dass der Elternwille in der Politik viel zu kurz kommt. Viele Eltern haben vor dem Beschluss deutlich gemacht, dass sie Perspektiven brauchen, aber keine Einmalzahlung, für den enorme Schulden aufgenommen werden müssen, die ihre Kinder dann irgendwann zurückzahlen müssen.“